Der Sternekoch, Gastronom und Musiker Nelson Müller steht für eine Küche, die Handwerk, Haltung und Herzlichkeit verbindet. Mit der Diepeschrather Mühle hat er vor den Toren Kölns ein „Tasteful Hideaway“ geschaffen: ein historisches Ensemble mitten im Wald, das Natur, Design und Gastlichkeit zusammenführt. Unter einem Dach vereint Müller hier zwei Konzepte – das Gourmetrestaurant Schote und die offene, brasserieartige Atmosphäre von Müllers in der Mühle. Ein Ort, an dem Gemeinschaft nicht nur gedacht, son- dern räumlich inszeniert wird. Nelson Müller: Wesentlich. Die Umgebung, in der ich mich befinde, ist die Basis für ein Gefühl, das beim Essen entstehen kann. Gut gestaltetes Interior kann den Geschmack noch intensiver machen, indem es dem Menschen, wenn er reinkommt, direkt ein gutes Gefühl gibt, ihn einlädt, es sich gemütlich zu machen. Herr Müller, wie sehr prägen Atmo- sphäre und Raum das gemeinsame Essen? Nelson Müller: Die Diepeschrather Mühle ist ein historischer Ort, eine alte Mühle auf einer Waldlichtung und drum herum ist erst mal nichts außer Bäu- men. Also der perfekte Ort für ein klassisches Hideaway mit Spa und Wellness. Wir richten uns hier zwar an ein gehobenes Publikum, aber das, ohne selbst abgehoben zu sein. Da dürfen Schwel- lenängste also kein Thema sein. Spielte das Thema Gemütlichkeit auch bei der Gestaltung der beiden Restaurants in der Diepeschrather Mühle eine Rolle? »Am Ende kommt aber jeder Gast lieber an einen gemütlichen Ort als Am Ende kommt aber jeder Gast lie- ber an einen gemütlichen Ort als an einen, der zwar schick, aber eben kühl gestaltet wurde. Dafür braucht man immer eine gewisse Cozyness, solange es authentisch bleibt. Ich würde in die Mühle jetzt kein Schloss reinbauen. Architektur, Luxus, Design, Gemütlichkeit, das muss alles im Einklang sein, damit es passt. Und dann bin ich das Gesicht des Hauses, also muss auch die Gestaltung zu mir passen. Sonst ist es unglaubwürdig. an einen, der zwar schick, aber eben kühl gestaltet wurde.« Ich glaube aber, in der Mühle haben wir es wirklich geschafft, das alles mit- einander zu verbinden und ein Tasteful Hideaway geschaffen, einen Ort, der sich ein bisschen anfühlt wie ein gemütliches Wirtshaus. Nelson Müller: Fast. Es sollte eine Mischung aus Jagdzimmer und Wohn- zimmer werden. Also eigentlich ein gemütliches Jagdzimmer der Neuzeit, nur ohne Geweih. Es ist ja ein Haus mitten im Wald, umgeben von über 100 Jahre alten Bäumen. Also haben wir vorwiegend auf natürliche Materialien gesetzt, Tische aus dunklem Nussbaumholz mit Schweizer Kante, die passen hier wun- derbar rein, wirken gemütlich, aber zeitlos. Dann gibt es sehr bequeme Stühle, auf denen man auch mal gut zwei, drei Stunden sitzen kann – denn so lange dauern unsere Menüs. In der Schote sind die sogar drehbar, sodass man sich nach dem vierten Gang schon mal ein bisschen hineinfläzen und drehen kann. So gemütlich wie das eigene Wohn- zimmer? 3 9